Doch kein „Paradies für Spaziergänger“ am Swister Berg!

Mitteilungsblatt Weilerswist _ KW13/15

Rekultivierung nach 30 Jahren

Seit drei Jahrzehnten wurde am Swister Berg von wechselnden Firmen hochwertiger reiner Quarzkies ausgebaggert. Die Abgrabungsflächen sind Eigentum der Gemeinde Weilerswist, und der damalige Gemeindedirektor Peter Schlösser – unser heutiger hauptamtlicher Bürgermeister ist noch heute stolz darauf, für die Gemeinde Weilerswist einen Kiesgroschen von den Abgrabungsfirmen erhalten zu haben.

Eine Mondlandschaft mit 40m tiefen Kratern haben die Firmen zurückgelassen.

Die Rheinischen Baustoffwerke hatten einen erneuten Antrag gestellt. Sie wollten für weitere 32 Jahre eine Fläche von 18ha bis zu einer Tiefe von 40 Metern auskiesen. Das ist glücklicherweise abgelehnt worden. Das hätte 170 LKW täglich bedeutet und die unwiederbringliche Zerstörung des Waldes am Swister Berg.

Die Rheinischen Baustoffwerke haben die Abgrabung im Ville Wald am Swister Berg seit einigen Jahren beendet. Die Verlängerung der Abgrabungsgenehmigung um fünf Jahre war bereits eine Täuschung. Die Abgrabungsfirma wollte nach eigener Aussage ein „Paradies für Spaziergänger“ entstehen lassen und stellte 1985 einen Rekultivierungsplan für das Tagebau-Gelände vor, der bis ins Detail regelte, wie das Gelände nach Abschluss der Quarzkies-Förderung auszusehen habe.  Zwei Rundwanderwege waren ebenso geplant, wie eine Spielwiese, ein kleiner Weiher, ein Feuchtbiotop, ein Vogelschutzgehölz und ein kleiner Schwarzkieferwald.

Stolz verkündete die Firma, dass bereits eine Summe von einer Million DM für die Rekultivierung hinterlegt ist. Ein Jahr nach Ausbeutung des Gebietes sollte bereits die Rekultivierung abgeschlossen sein.

Nun soll endlich rekultiviert werden, allerdings nicht so wie es im Rekultivierungsplan von 1985 vorgesehen war.

Es wird ein Krater bleiben, der unzugänglich gemacht werden muss.

Meine Meinung: Die Weilerswister Bürger sind mit leeren Versprechungen übers Ohr gehauen worden. Papier war auch in diesem Fall geduldig.

Liane Traue, Fraktionsvorsitzende

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